WEIHNACHTSGESCHENK MIT DREI STERNEN

Im September 2015 lud die französische Luxusmarke Lalique zu einem ganz besonderen Anlass: In unmittelbarer Nähe zur einzigartigen Kristall-Manufaktur im Elsässer Wingen-sur-Moder glänzt nun das exklusive Hotel/Restaurant Villa René Lalique, welches mir mit seiner kulinarischen Exzellenz bis heute (Michelin-)Sterne in die Augen zaubert. 

Manchmal bleibt eine Erinnerung an etwas Besonderes für eine Ewigkeit. Als ich im September meinen Tagesausflug zur Eröffnung des Hotels/Restaurants Villa René Lalique antrat, hatte ich hohe Erwartungen. Das eigentlich für seine Kristall-Kunstwerke bekannte Unternehmen erweitert sein Portfolio plötzlich in Richtung Gastronomie und Hotellerie. Wie bei den wunderschönen Gläsern, Vasen und Co. darf demnach nur das Beste gut genug sein. Was nach meiner Ankunft folgte, war ein kulinarisches Erlebnis, das ich seitdem nicht mehr vergessen kann.

Bereits im Eingangbereich steht fest: Wo Lalique draufsteht, ist auch Lalique drin. Kein noch so kleines Detail wurde dem Zufall überlassen. Tische, Sessel, die wunderschöne Bar, die luxuriösen Zimmer – alle widmen sich im Design den verschiedenen Schaffensperioden von René Lalique. Kein Wunder, dass das Gebäude selbst auch einst von ihm und seiner Familie bewohnt wurde – eine Reverenz, die insbesondere Firmeninhaber Silvio Denz zu verdanken ist. Er selbst zählt zu den grössten Sammlern der berühmten Parfum-Flakons und setzt mit Geschick und Geschmack nur auf das Beste, um die Geschichte der Marke zu würdigen.

Weiter geht’s in den Weinkeller, in dem sage und schreibe über 12’000 Flaschen der besten Weine ihren Platz finden. Der Raum lädt mit seinem edlen Design zum Verweilen, und wenn Chef-Somellier Romain Iltis anfängt, von der Auswahl zu erzählen, verdrängt man fast die Lust auf das bevorstehende Essen. Auf dem Weg ins Restaurant schauen wir noch kurz an der Hotelbar vorbei – ein weiteres Denkmal für den Firmengründer Lalique, der vermutlich hin und weg von der Präsenz seiner Kunst wäre. Für die gefühlt 20 Kilo schwere Weinkarte (oder besser: Weinbibel) sollte man sich nochmal mindestens 30 Minuten einplanen.  

Nachdem ich mir einen Überblick über die Zimmer und den Weinkeller verschafft habe, darf ich endlich Jean-Georges Klein kennenlernen. Wem dieser Name kein Begriff ist: Sofort nachschlagen! Oder besser noch: gleich einen Tisch buchen! Der mit drei Michelin-Sternen (und unzähligen weiteren Auszeichnungen) gekrönte Koch sorgt im Restaurant zusammen mit seinem 15-köpfigen Team für das leibliche Wohl. Als er mich dann noch in seine Küche einlädt, um bei der Zubereitung Zeuge zu sein, ist es um mich als (absolut nicht vergleichbaren) Hobbykoch geschehen. Mit akribischer Genauigkeit wird jeder einzelne Teller zubereitet und persönlich von Klein geprüft, bevor er die Küche verlässt.

Zurück auf meinem Platz im Restaurant beginnt dann das Festmahl. Ich verzichte bewusst darauf, das Menu herunterzuleiern, da man es wirklich probiert haben muss, um den Geschmack schätzen zu können, doch eins sei festgehalten: Ich habe noch nie so aussergewöhnlich lecker gegessen. Kreationen wie beispielsweise Tomatenglace sprechen mir völlig unbekannte Geschmacksregionen an. Während aus der ganzen Welt Gäste schon allein wegen dem „Cappucino de Pommes de Terre & Truffes“, einem vorzüglichen Kartoffelschaumsüppchen mit Trüffel, ins Elsass kommen, stechen für mich ganz besonders die Langusten mit Kaviarcreme heraus. Insgesamt sieben Gänge mit dazu perfekt abgestimmtem Wein später bin ich für den Rest des Tages einfach nur glücklich.    

Weihnachten steht kurz vor der Tür, und wer noch ein ganz besonderes Geschenk braucht, dem rate ich dringend zu einem Restaurantbesuch in der Villa René Lalique. Wer eine längere Anreise hat, kann auch ein Zimmer dazu buchen. Mich beschäftigt seit meinem Besuch jedenfalls immer weder derselbe Gedanke: Wann kann ich endlich wieder dort essen? Vielleicht schenke ich mir selbst eine kleine Reise ins Elsass zu Weihnachten…

2018-01-19T22:38:50+00:00