ROASTBEEF, STEAK UND GASTFREUNDSCHAFT

Auf der Suche nach der Herkunft des besten Roastbeefs, das ich je geniessen durfte, fand ich bei GAUCHO neben der Quelle ein perfektes Steak, zwei tolle Restaurants – und ehrliche Gastfreundschaft.

Alles begann harmlos auf einer Party in Zürich. Ich nahm meine Position wie üblich in Greifnähe der Apéro-Häppchen ein. Als das Buffet eröffnet wurde, hatte ich nicht weit und griff gleich zum Roastbeef – eine wahrhafte Geschmacksexplosion folgte sogleich. Leider blieb für die anderen Gäste nicht viel vom Buffet übrig nach meiner Invasion, doch mein Mitleid hielt sich in Grenzen. Ich musste schliesslich herausfinden, woher das Fleisch kam. Damals hörte ich zum ersten Mal von den GAUCHO-Jungs, die für das fantastische Catering gesorgt hatten.

Nach einem Besuch auf der Website erfuhr ich, dass es sich bei GAUCHO nicht nur um Catering, sondern auch um einen Online-Fleisch-Shop und sage und schreibe zwei Restaurants in Zürich handelt. Und so griff ich zum Telefon und reservierte einen Tisch im GAUCHO 1 in der Nietengasse 18, um mehr über dieses Roastbeef zu erfahren – und nebenbei ein saftiges Steak zu geniessen.

Schon beim Betreten des Restaurants fiel mir die gemütliche und südamerikanische Atmosphäre auf (Letzteres mag durch die Hitzewelle dieses Sommers begünstigt worden sein). Die Tische waren festlich gedeckt und mit dem Wichtigsten, dem Gaucho-Messer, bereits ausgestattet. Fehlte nur noch das Fleisch, was ja an mir lag. Vorher durfte ich allerdings ausführlich mit Toni Berisha, einem der beiden Gründer des Fleisch-Imperiums, plaudern und ihm ein Loch in den Bauch fragen.

Toni und sein Freud Myron Bingham verband ursprünglich ein Stammtisch. Myron arbeitete bei einem Fleischimporteur, wodurch er unter anderem die argentinische Farm La Morocha kannte – ein Paradies für das dort heimische Vieh und damit auch die, denen das Fleisch zugute kommt. Toni war in der Gastronomie tätig. Im April 2005 taten sie sich auch beruflich zusammen und gründeten einen Fleisch-Onlineshop. Bald darauf folgte das Catering-Business. Bei entsprechender Qualität liessen der Erfolg und die Nachfrage eben nicht lange auf sich warten.

Im Dezember 2013 folgte ein weiterer Meilenstein: Toni und Myron eröffneten in einer ehemaligen Garage bzw. deren Malerfläche (der vorher/nachher-Vergleich kann auch heute noch in Form eines Bilds an der Wand gezogen werden) das GAUCHO 1. Und nur ein Jahr später das GAUCHO 2. Ihre Grundsätze: Erstklassiges Fleisch aus Argentinien und glücklichen Rindern, faires Pricing und, in Tonis Worten, „Jeder soll glücklich und zufrieden von hier rauslaufen“.

Das war mein Stichwort fürs Steak, das ich dann bestellte. Wie das Roastbeef entpuppte es sich als wahrer Gaumenschmaus. Für einen Moment glaubt ich sogar, während dem Essen argentinische Weiden vor mir zu sehen – vielleicht lag es aber auch am Wein. Jedenfalls war ich danach selig. Wie es sich für einen tollen Gastgeber gehört, fragt Toni jeden seiner Besucher persönlich, ob es geschmeckt hat – was angesichts meines breiten Grinsens jedoch nicht nötig gewesen wäre.

Nach einem wirklich tollen Abend wurde mir wieder bewusst, wie wichtig Qualität bei der Tierhaltung und damit beim Fleisch ist. Um ein perfektes Erlebnis daraus zu machen, braucht es allerdings noch ein paar weitere Zutaten: Einen guten Koch, ein scharfes Messer, ein gutes Glas Wein und einen Gastgeber, der einem das Gefühl gibt, dass man gerade bei ihm persönlich zuhause sitzt. Sobald endlich die Betriebsferien in der nächsten Woche vorüber sind, werde ich auf jeden Fall das GAUCHO 2 gleich nebenan in der Nietengasse 1 inspizieren…

2018-01-19T23:44:56+00:00