Facebook
Instagram

GITARREN-LIEBE MIT HINDERNISSEN

0
Habt ihr schon einmal mit jemandem über ihren Beruf gesprochen und gemerkt, dass ihre Augen plötzlich funkeln, wenn sie davon erzählen? Die Stimme verändert sich, das Gesicht wirkt weniger ernst und immer wieder blitzt ein Lächeln hervor. Dabei geht es nicht um die bessere Hälfte, sondern «nur» um den Beruf, die Profession, das Handwerk, den Zeitvertreib. Wenn dabei die Augen funkeln, materialisiert sich ein Gefühl, welchem ich auf SCHWARZWISE ab sofort eine neue Kategorie widme: Passion. Auf der Suche nach Menschen, die dafür brennen, was sie tun, durfte ich als allerersten Gesprächspartner Scott Leach, den Gitarristen und Gründer der Schweizer Band Crystal Ball interviewen.

Scott Leach spielt leidenschaftlich gern Gitarre udn ist Gründungsmitglied der Schweizer Band Crystal Ball

SCHWARZWISE: Scott, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, über deine musikalische Passion zu sprechen. Fangen wir ganz am Anfang an. Wie bist du zum Gitarre spielen gekommen?

Scott Leach: Mein Vater spielt Klavier, meine Mutter spielt Klavier, Gitarre und singt. Mit fünf Jahren begann ich also auch mit dem Klavier. Allerdings hat es mir nicht besonders zugesagt. Die eher fröhlichen Melodien, die ich lernen sollte, waren mir zu kindisch. Nach ein paar Mal hören konnte ich sie nachspielen und wollte viel lieber Songs von Queen hören als in die Tasten zu hauen. Kurz: Es hat mir keinen Spass gemacht. Mein acht Jahre älterer Bruder fing dann an, Gitarre zu spielen, weshalb ich schon aus Prinzip nicht das machen wollte, was er tat. Allerdings war ich schon in diesen jungen Jahren von der Rock-Musik infiziert. Zu den Songs von Queen kam dann mit ca. sieben Jahren meine allererste selbst gekaufte Kassette von Krokus. Die habe ich mir zuhause mit dem Abwaschgeld verdient.

Wie kam es trotz der geschwisterlichen Rivalität zur Gitarre?

Da ich nun auf keinen Fall Gitarre spielen wollte, habe ich es mit Keyboard versucht, was mich ebenfalls nicht wirklich erfüllt hat. Mein Bruder hatte damals eine Band und ich hörte ihn oft spielen. Das hat mich mehr und mehr fasziniert und mein Trotz ist langsam aber sicher der Neugier gewichen. Und dann hörte ich einen Song, der mich nicht mehr losliess: Black Star von Yngwie Malmsteen. Die Gitarre ist so unglaublich ausdrucksstark und gefühlvoll in diesem Stück – das wollte ich auch können. Also habe ich mit ca. 14 Jahren zur Gitarre gegriffen und sehr schnell entdeckt, dass das «mein» Instrument ist.

Was genau macht die Gitarre zu deinem Instrument?

Anfangs spielte ich Songs aus dem Gehör nach. Noten Lesen war also nicht im Vordergrund. Das Schönste dabei ist, dass ich mit der Gitarre die Gefühle ausdrücken kann, die mich gerade bewegen.

Der Schritt zur Band war quasi vorprogrammiert.

Ja, ich wollte unbedingt spielen und habe zwei Kollegen mehr oder weniger gezwungen, Bass und Gitarre mit mir zu spielen. Eigentlich wollten sie das gar nicht und ich war manchmal enttäuscht, weil sie nicht so oft wie ich üben wollten. Schliesslich habe ich verstanden, dass die Band eher mein als unser Traum war, und ich habe dann mit 18 erstmal eine Ausbildung an einer Musikschule in Wien gemacht. Danach habe ich meine ersten Unterrichtsstunden gegeben und die Cover-Band Cherry Pie gegründet.

Weshalb eine Cover-Band?

Als Cover-Band kann man gleich live auf der Bühne loslegen. Man hat nicht den teils langen kreativen Vorlauf, und vor allem ist der Wechsel eines Bandmitglieds – was leider oft vorkommen kann – leichter zu verschmerzen. Wir hatten alleine in den ersten drei Jahren immerhin 150 Konzerte zu bewältigen.

Wie kam es dann von Cherry Pie zu Crystal Ball?

In den drei Jahren reife der Entschluss, dass wir gerne eigene Songs schreiben möchten. Unser erster grosser Erfolg war 1998 der Song Eye to Eye – das Walk-In für den Boxer Stefan Angehrn, also die Musik beim Betreten des Rings. Produziert hat das kein geringerer als Tommy Newton (Halloween, Victory u.a.). Wir schrieben weiter neue Songs und mit dem folgenden Debut-Album haben schliesslich erkannt, dass wir einen neuen Namen brauchen, um nicht mehr als Cover-Band gesehen zu werden. Daraus entstand dann Crystal Ball.

Wofür steht Crystal Ball?

Kristelle war der Name einer Bekannten, den ich wohlklingend fand. Crystal Ball – also die Kristallkugel – deutet auf Fantasy und Zukunft hin.

Was charakterisiert die Musik von Crystal Ball?

Unsere Musik enthält harte Riffs und melodische, mehrstimmige Refrains. Sie ist straight, aber nie stumpf und vor allem ist sie nachvollziehbar: Musik für die Allgemeinheit und nicht nur für Musiker.

Welche Projekte stehen für euch derzeit auf dem Plan?

Wir haben gerade das Album Déjà-Voodoo gelauncht und touren aktuell mit Shakra durch Deutschland und die Schweiz. Im Frühjahr sind wir vermutlich auch wieder auf Tour, dann kommen die Festivals, bei denen sicher mit uns zu rechnen ist. Und ab Herbst 2017 starten wir voraussichtlich mit der Arbeit an unserem nächsten Album.

Danke vielmal für die Einblicke, Scott! Und viel Erfolg für und mit Crystal Ball!


Mehr über Scott und Crystal Ball erfahrt ihr auf der offiziellen Website oder auf Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und Google+.

Eure Marion (wim)

Share.

Comments are closed.